Vortragsthemen

Er ist in aller Munde, König Ludwig II. von Bayern.

Kein Jahr vergeht, in dem nicht irgendwelche Enthüllungen über den "Märchenkönig" durch die Medien verbreitet werden. Doch was steckt wirklich hinter den Erzählungen und Geschichten?

Was macht die Einmaligkeit und Faszination dieses Monarchen aus, der bis heute über die Grenzen Bayerns hinaus die Menschen fesselt?
Wieso konnte der König zum Symbol für Bayern werden? Welche Mysterien sind der Hintergrund für den Bau der Schlösser Linderhof, Neuschwanstein und Herrenchiemsee? Wie lebte und litt dieser Monarch, der sich selbst ewig ein Rätsel sein wollte?

Antworten auf diese und weitere Fragen geben die hier angebotenen, bebilderten Vorträge.

Stets mit aktuellen und selten gezeigten Motiven illustriert, stoßen die Zuhörer und Zuschauer auf neue, spannende Erkenntnisse und Zusammenhänge.

So bieten sich folgende Vorträge an, die selbstverständlich auch auf besondere Wünsche und Anforderungen zugeschnitten werden können:



"Die Erschaffung einer phantastischen Gegenwelt durch König Ludwig II."

Sein Lebensglück hänge vom Bau seiner Schlösser ab, meinte der "Märchenkönig" Ludwig II. Doch nicht nur Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee, sondern viele weitere Bauten sowie das Theater, die Literatur und die Musik waren Bausteine, mit denen er "poetische Zufluchtsorte" schuf.

Dieser bebilderte Vortrag entführt in die Gegenwelt Ludwig II. Er zeigt auf, was die Einzigartigkeit des bayerischen Monarchen ausmacht und woran er letztendlich scheiterte.


"In fernem Land, unnahbar euren Schritten -
Wagner-Opern und Schlossarchitekturen als Erlösung für Ludwig II."


Der engen Verflechtung zwischen der Entwicklung und Inhalte der Wagner-Opern "Lohengrin" und "Parsifal" einerseits und den Schlössern Ludwig II. geht dieser Vortrag nach. Dabei steht das sich steigernde Verständnis des bayerischen Königs als eines Herrschers von Gottes Gnaden im Mittelpunkt. Um diesem gerecht zu werden, sehnte sich der König nach Reinheit und Vollkommenheit. Diese wollte er in seiner Gralsburg Neuschwanstein erfahren, und da vor allem im byzantinischen Thronsaal. Er ist das Ergebnis einer bis heute einzigartigen Gedankenwelt des Königs, der das Zeitalter der Bourbonen mit dem Gralsmysterium und mit der bayerischen Kultur verband. Die Schlösser Linderhof, Neuschwanstein und Herrenchiemsee sind der sichtbare Ausdruck.


"'Daß ich ihn nothwendig brauche' - Der Kampf Ludwig II. mit seinen Zahnärzten und die Folgen"

Im Sektionsprotokoll der Leiche Ludwig II. vom Juni 1886 wird der Zahnstatus des Monarchen wie folgt attestiert: "Die Zunge etwas zwischen den Zähnen eingeklemmt, der Oberkiefer fast zahnlos, mit einer Zahnpièce versehen, im Unterkiefer noch eine Anzahl lose sitzender Zähne (vier Schneide- und zwei Eckzähne)". Diese erschreckende Beschreibung offenbart die dunkle und leidende Seite des Monarchen. Sie mag so gar nicht zu dem Bild aus prächtigen Schlössern und Herrschaftsglanz passen.

Und dennoch sind es die berühmten zwei Seiten einer Medaille, die sich gegenseitig bedingen. Nur mit dem Blick auf das, was der König erleidet und wie der König leidet wird uns das zutiefst Menschliche an Ludwig II. deutlich vor Augen geführt.

Oder, mit anderen Worten, Ludwigs gesundheitliche Einschränkungen der Physis führen uns Ludwig II. aus den vermeintlich höheren Sphären auf den harten Boden der Tatsachen.
Dieser Vortrag wurde im Jahr 2014 erstmals im Rahmen der 7. Klausurtagung für Sanitätsoffiziere Zahnarzt im Kloster Banz mit großem Erfolg präsentiert.


"Von Hütten der Jagd zu Häusern der Poesie.
Die alpinen Quartiere der bayerischen Könige Max II. und Ludwig II."


Weltweit wird Ludwig II. mit seinen weltberühmten Schlössern in Verbindung gebracht. Doch nicht in ihnen hat der König die meiste Zeit verbracht, sondern in seinen zahlreichen Berghütten zwischen Lenggries und Füssen, zwischen Lech und Isar. Es sind diese für einen großen Touristenzuspruch ungeeigneten Orte, in denen er am häufigsten und längsten gearbeitet und geträumt hat.
Die Liebe zu den Bergen übernahm Ludwig von seinem Vater Maximilian, der die Mehrzahl der Hütten als Pirschhäuser errichten ließ, um von ihnen aus seiner Jagdleidenschaft nachzugehen. Mit dem Tod Maximilians II. wandelte sein Sohn die Jagdhäuser in friedliche Residenzen, "wo ich auflebe in wonniger Einsamkeit, fern der Welt, die stets mich verkennt" (an Richard Wagner im Juni 1867).

Ludwigs Begeisterung für die Alpenwelt ("Welche Sehnsucht habe ich nach den Bergen.") zeigt sich auch darin, dass er zusätzliche Bauten errichten ließ, darunter das Schachenhaus mit einem orientalischen Salon. Dieser bebilderte Vortrag führt zu den schönsten Plätzen der bayerischen Alpen und bietet Geschichte und Geschichten rund um zwei Könige aus dem Hause Wittelsbach.


"Kitsch und Kult um Ludwig Zwo.
Das ewige Leben des bayerischen Märchenkönigs"


Jeder von uns hat es schon einmal gesehen: das Konterfei Ludwig II. auf einem der zahlreichen Kitschobjekte, die ohne Grenzen des guten Geschmacks angeboten werden. Der Märchenkönig regiert ein stattliches Souvenirreich!

Kein Monarch ist in der bunten Waren- und Tourismuswelt vergleichbar präsent, wie der Förderer Richard Wagners und Erbauer zahlreicher phantastischer Architekturen. Ludwig II. ist zum Synonym für das Land Bayern und für seine Kultur geworden.

Alljährlich wird des Königs in Feiern, Versammlungen und Maskeraden gedacht, auch in der Werbung wird sein Bekanntheitsgrad ausgenutzt. Der vorerst letzte Höhepunkt der Vermarktung war der zweimalige Versuch, Ludwig II. in einem Musical in Füssen einem großen Publikum näher zu bringen ("Ludwig II.- Sehnsucht nach dem Paradies" und "Ludwig ²").
Daher erscheint es berechtigt, den Blick auf die verschiedenen Facetten der Auseinandersetzung mit Ludwig II. zu lenken. Der Vortrag beleuchtet mit Hilfe von selten bis noch gar nicht gezeigten Bildern und mit Musikbeispielen die Hintergründe der Vermarktung und zeigt die Entwicklung der Kitsch- und Kult-Figur Ludwig II. von seiner Geburt im Jahre 1845 bis in die Gegenwart auf.

Mit einem ironischen und kritischen Blick werden die Bereiche Devotionalien, Film, Kitsch, Postkarten, Literatur, Denkmäler, Musik und selbstverständlich Schloss Neuschwanstein präsentiert. Dieser Vortrag ist der "Klassiker" seit dem Jahr 2000. Er wird stets aktualisiert und berücksichtigt jeweils regionale Gesichtspunkte des Vortragsortes.


"1886: Ein Franzose auf den Spuren König Ludwig II. im ‚Grüß-Gott-Land'"

Der welterfahrene Schriftsteller, Fotograf und Privatier Hugues Krafft (1853-1935) aus Reims reiste im September 1886 als einer der ersten Ausländer nach Bayern, um die immer bekannter werdenden Bauwerke Ludwig II. (1845-1886) zu besichtigen. Krafft hinterließ von seiner mehrtägigen Reise sehr persönliche Eindrücke, die er im nachfolgenden Jahr der Öffentlichkeit in Text und Bild mitteilte: als Beitrag im Journal Le Tour du monde und in Form eines Lichtbildervortrags vor der Société de Géographie in Paris. Fast 130 Jahre später teilt sich Hugues Krafft der breiten öffentlichkeit nun erneut mit: erstmals in Deutsch - und erstmals mit seinen qualitätsvollen Fotografien, die er während der Reise selbst angefertigt hatte, deren Glasplatten aber bis vor wenigen Jahren unbeachtet im Musée Hôtel Le Vergeur in Reims lagerten.

Krafft fügt kritische und genaue Blicke auf die Bauwerke mit der Neugierde auf die Menschen zusammen. Er beschreibt die "emotionsgeladene Argumentation" einer Gastwirtin, die Ludwig II. verteidigt, ebenso, wie ihm von seinem Aufenthalt in Garmisch ein besonderer Tanz in Erinnerung bleibt: "Die größte Attraktion ist sogar für die hiesigen Bauern immer wieder der Schuhplatterl [sic!]… Der Tänzer dreht sich um die eigene Achse, klopft sich auf Schenkel und Beine, fällt auf die Knie oder springt in die Luft und wirft seinen Hut, während er ein freudiges ‚Tju-hu' ausstößt."

Der Vortrag mit den vom Referenten entdeckten Fotografien verknüpft das Leben Ludwig II. mit den ganz besonderen Beschreibungen von Hugues Krafft.


"Umleuchtet von den ewigen Strahlen der Majestät"

Kein Ort, kein Raum in den Schlössern König Ludwigs II. von Bayern könnte sinnbildlicher für das Schicksal und die Intentionen des Monarchen sein als der Thronsaal von Schloss Neuschwanstein. In seiner Entwicklungs- und Baugeschichte verdichtet sich auf einmalige Weise die Entwicklung eines Menschen, der seit seiner Geburt im Jahre 1845 immer wieder Rätsel aufgab und als "Märchenkönig" in die Geschichte eingegangen ist.

Der Thronsaal im byzantinischen Stil enthüllt die innersten Gedanken und Absichten des Monarchen: er symbolisiert seine Vorstellung von einem Königtum von Gottes Gnaden. Ein Königtum, das er in der Realität einer konstitutionellen Monarchie nicht verwirklichen konnte.

Ludwig II. entwickelte im Verlauf seiner Regentschaft ein übersteigertes Majestätsbewusstsein, das auch architektonisch in allen Schlössern und Bauprojekten seinen Ausdruck finden sollte. Schloss Neuschwanstein plante der König als Gralsburg mit dem Thronsaal im Zentrum. Für Ludwig II. liegt in der mythischen Erlösungsstätte die besondere Bedeutung dieses Saales. Dieser Vortrag verbindet die Strahlkraft und Besonderheiten des Thronsaals mit den anderen Schlossarchitekturen und legt damit auf bisher nicht bekannte Art die Entwicklung des Monarchen hin zum "Märchenkönig" dar.


"Istanbul in Bayern - Wie türkische Architektur die Wunderwelt König Ludwig II. beeinflusste"

Die weltberühmte Hagia Sophia in Istanbul, errichtet im 6. Jahrhundert, spielte für Ludwig II. als einer der wichtigsten Religions- und Herrschaftsräume der Menschheit eine zentrale Rolle. Am sichtbarsten wird dies im Thronsaal von Schloss Neuschwanstein. Seine Funktion und seine Gestalt sind nur in Verbindung mit der Kirche am Bosporus denkbar.
Ludwig II. nahm noch weitere Anleihen von Architekturen in Istanbul. Er ließ sich zahlreiche Gebäude errichten, die zeigen, dass er dem Zauber des Orients ebenso verfallen war, wie viele seiner Zeitgenossen. Für das Schachenhaus in den bayerischen Alpen wünschte er sich einen "maurischen Saal", dessen Vorbilder ebenfalls in Istanbul bzw. Konstantinopel zu finden sind (es sind dies der Palast von Beyham-Sultan in Eyüp und - für den Brunnen - ein Kaffeehaus).
Diese und weitere Verbindungen zwischen einem der bekanntesten Monarchen Europas und Istanbul beleuchtet dieser Vortrag, der den orientalischen Einfluss auf die mitteleuropäische Architektur am Beispiel Ludwig II. verdeutlicht.
Premiere hatte dieses Thema als Festrede anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Türkisch-Deutschen Kulturvereins in Regensburg am 2. Juli 2007 im Spiegelsaal der Regierung der Oberpfalz.